Tischrechner

Der erste programmierbare Tischrechner, der in Deutschland gebaut wurde, war die sogenannte Combitron der Firma Diehl. Dies geschah (auch unter dem Namen Combitron-S in den Jahren 1966 bis 1972. Vorhanden waren 10 Programmspeicher, 10 Konstantenspeicher und als Speichermedium ist ein Lochkartenspeicher, aber auch ein Röhrenspeicher (“Laufzeitspeicher”) mit 1 Kbit zur Verfügung. 1966 erschien auch die “Olivetti Programma 101″. Das war ein Tischrechner, mit welchem Programme auf Magnetkarten abgespeichert werden konnten. Mit diesem ersten PC der Welt konnte man viel Rechenzeit einsparen. Hier wurde ein Laufzeitspeicher “magnetorestriktiv” verwendet, der in 10 Registern zu jeweils 24 Speicherzellen (8 Bit) aufgeteilt war: insgesamt 240 K Speicherkapazität.

1967 gab es den “Wang 320″: Mehrere Keyboards und Lochprogrammierung machten diesen Tischrechner für die damalige Zeit zu einer technischen Sensation. Der “Wang 320 E” konnte erstmals Exponential- und Logarithmenfunktionen berechnen und hatte vier Keyboards angeschlossen. 80-spaltige Lochkarten und die Möglichkeit, dass vier Nutzer gleichzeitig Zugriff hatten, machten dies zu einem Gerät, welches zuerst an Universitäten Verwendung fand und damit sozusagen die Informatik begann.

Der erste Tischrechner der Firma Hewlett Packard, der HP 9100 aus dem Jahre 1968, beherrscht alle zentralen wissenschaftlichen Funktionen. Sogar ein Kernspeicher, der Daten auch nach dem Ausschalten beibehält, ist bereits vorhanden. Externe Speicher bestanden aus Magnetkarten, auch ein Drucker kann aufgesetzt werden. Eine Oszilloskopröhre ist das Anzeigemedium: Diese zeigte den Inhalt dreier Register an. Der Rechner war von Privatpersonen nahezu unerschwinglich, aber diese Technik war zukunftsweisend für die damalige Zeit.

Der teuerste Tischrechner der Welt (Medium: Kassette, angeschlossen an Drucker) war 1969 der Wang 700: Damals bereits kostete er 70.000,- DM. Er funktionierte über Lochkarten hatte eine IBM-Kugelkopfmaschine und Schrittschaltmotoren (auch zum Plotten). Die Programmierung verlief noch sehr umständlich über eine numerische Assemblersprache mit 794 Programmschritten (wozu der HP 9830 zwei Jahre später nur noch 36 Schritte brauchte). Der erste alphanumerische Tischrechner (der HP 9820 im Jahre 1971 und auch der erste mit BASIC programmierbare (der HP 9830 im Jahre 1972) erschien: Selbst Funktionsgraphen konnten inklusive Beschriftung geplottet werden. Ab 1971 verkleinerten sich generell die Tischrechner: Nur noch die Größe einer Zigarrenkiste war notwendig. Die Firma Diehl vertrieb in den Jahren 1970 bis 1972 einen Tischrechner namens Combitronik, welcher Germaniumtransistoren brauchte, um den Drucker anzusteuern. Gebootet wird über Lochstreifen, somit gab es einen Lochstreifenleser (Dilector) und einen Lochstreifenstanzer (Typ ELS 850).

Mit “Tischrechnern” sind somit die Rechner gemeint, die zwar die Weichen stellten für die weitere Entwicklung, die jedoch mit mehreren Peripherieteilen in den 1960ern und 1970ern auf einen Tisch verteilt aufgebaut werden mussten.

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